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Meine Leidenschaft

Es wird sich jeder fragen : Warum macht der noch mit Tapedecks rum ? Einmal weil ich mir jetzt die Tapedecks endlich kaufen kann, für die ich mir damals als Schnösel die Nase an den Schaufenstern platt gerieben habe und andererseits: Die Geräte üben einfach eine noch grössere Faszination als Plattenspieler auf mich aus. Und wie bei Plattenspielern und Systemen gibt es viele verborgene Schätze zu heben, wie zB die DynEQ decks von NAD. Niemals zuvor und danach hat es ausser Björn Erik Edvardsen, jemand geschafft dermasssen viele Patente für ein Tapedeck unter einen Hut zu bekommen. Das Laufwerk von Sankyo (Nakamichi), Köpfe von Canon (ASC/Revox/Tandberg), DynEQ von Tandberg, Dolby-B+C und HX-Pro von B+O, dazu Playtrim als NAD Eigengewächs. Garniert mit dem aufwendigsten Schaltungslayout was man sich vorstellen kann. Allein 24 Trimmer im 6300 und 6100. Draussen sieht es dagegen regelrecht "öde" aus. Sehr Benutzerfreundlich beschränkt man sich auf einen Bias Steller. Das Ergebnis ist der authentischste "Live" Klang von allen jemals gebauten Tapedecks. Extrem präzise, linear, völlig ohne "Eigenklang", genau wie eine Studiobandmaschine. Ich habe lange gebraucht um den NAD auf die Spur zu kommen. Die einen haben geben ihn nicht her oder haben keine Anlage die auch nur annäherd Studiolevel erreicht um das Potential der Geräte zu erkennen. Alle anderen glauben es einem 'eh nicht wenn man das entsprechend kund tut. NAD war halt keine "bekannte" Tapedeck Marke. Und doch gingen sie immer vorne weg:

1980 > NAD 6150C das erste Dolby-C Tapedeck der Welt

1981 > NAD 6140 das erste Tapedeck mit Dolby HX (HX-Pro Vorläufer)

1985 > NAD 6155 das erste Tapedeck mit Playtrim

1986 > NAD 6240 das erste "Nicht-Tandberg" mit DynEQ Schaltung

1986 > NAD 6325 das erste Tapedeck mit CAR Kompressor

1987 > NAD 6300 das einzige Dreikopfdeck der Welt mit HX-Pro und DynEQ

Eben sehr innovativ und das ja nicht nur bei Tapedecks, nur hat es kaum einer mitgekriegt. Es gab einige eurpäische und amerikanische Tests mit entsprechenden Ergebnissen. Auch da mussten die Tester aufpassen, das ihnen nicht Grosskunden wegblieben und haben ihr Resumee in etwa so gehalten: "Der NAD 6300 kann es mit jedem Tapedeck der Welt aufnehmen !" ;-) Leider hat der beginnende DAT hype 1989 grössere Publikumserfolge dieser Tapedecks verhindert. Die NAD der 80er Jahre sind alle bei Sanyo als OEM Hersteller in Auftrag gegangen. Gefertigt wurden in unterschiedlichsten Fabriken unter anderem in Taiwan (Proton) und Malaysia. Das 6300 lief direkt bei Sanyo in Japan vom Band. Witzigerweise ist das von Sanyo ebenfalls gefertigte Carver TD 1200 ein um das DynEQ und CAR gestripptes 6340. Die Platine ist in den Bereichen einfach unbestückt geblieben und das Signal gebrückt.

 

NAD 6300 ProspektNAD 6300 Prospekt

 

Evolution der Cassettenrecorder von 1963-?

Nakamichi Timeline

 

Als Alternative zu dem NAD 6300 eignet sich in meinen Ohren nur das Nakamichi CR7E. Das war in Europa endlich der ersehnte Nakamichi mit IEC2 Entzerrung, der extrem präzise und linear klingt ohne ein "Eigenleben" wie der Dragon zu entwickeln. Das  "Super tuned" Profi Pendant zum Dragon, der ZX9 ist Dank der Abwesenheit der CMOS 4066 ( ZX9=Relais) und deren Soundshaping sehr neutral und sauber klingend. Leider erreicht er nicht die extrem hohe Feinauflösung von CR5/7. Beide Decks, der NAD und der CR7 basieren auf dem selben Sankyo Laufwerk. Der NAD 6300 punktet mit sehr guter Dynamik, der CR7 mit hervorragender Feinauflösung und Räumlichkeit. Nakamichi hat aus dem Desaster (100% Garantie-Rückläufer) ihres ersten, für Henry Kloss gebauten Advent 200 mit komplett im Hause (!) hergestellten Laufwerk gelernt, und nur noch zugekaufte Laufwerke verbaut und dann mit den Köpfen aus eigener Herstellung veredelt. Anfangs von Wollensak in den Nakamichi 500, 600er 2-Kopf auch OEM Modellen, und Sony in allen 1000er und 700er 3-Kopf Modellen. Um dann mit dem sogenannten "classic mechanism"  als "Einsteiger" Laufwerk 1978 in der 580er Serie, Sankyo als ihren Haus und Hof Lieferanten zu verpflichten. Dieser für beide Seiten gewinnbringende Deal ging bereits 1976 über die Bühne. Sankyo musste sich im Gegenzug verpflichten keine eigenen höherwertigen Tapedecks, insbesondere 3-Kopf Decks mehr anzubieten. Nakamichi hatte dafür jetzt einen OEM verpflichtet, der ihre speziellen Wünsche und Ideen direkt umsetzen konnte, wie zB das "diffused resonance" Laufwerk und ihre im Kassettenbereich einmalige Kopfaufhängung mit den universalen Einstellmöglichkeiten (siehe unten). Man war nicht mehr auf die Qualität und Merkmale der angebotenen Zukauf-Laufwerke angewiesen.

 

Nakamichi Kopfbrücke des CD1, die Köpfe sind wie bei Bandmaschinen üblich hängend montiert.Nakamichi Kopfbrücke des CD1, die Köpfe sind wie bei Bandmaschinen üblich hängend montiert.

 

Ich besitze und schätze beide, den Dragon und den CR7, den einen für seinen "Sound" und den Innovationsschub den er allen Tapedecks beschert hat, den anderen als den finalen "europäischen" Nakamichi mit automatischer Einmessung mit IEC2 Entzerrung inklusive Azimuthjustage, die mMn allerdings in ihren Möglichkeiten von Laien völlig überschätzt wird. Die Möglichkeit Höhenverlust durch Bandverschleiss UND Azimuthfehler mittels der von NAD gemeinsam mit Dolby Lab's entwickelten Playtrimschaltung auszugleichen ist wesentlich hilfreicher und zielführender als bei abgenudelten Tapes noch am, im Minutenbereich liegenden, abweichenden Azimuth rum zu doktorn. Anders formuliert: so beschissene Mixtapes hat gar keiner mehr...und wenn kann man jeden Kopf mit dem Schraubendreher verstellen, wo ist das Problem ?

Wesentlich mehr Einfluss hat die korrekte EQ-Kurve bei der Wiedergabe, also entweder die alte IEC1 EQ Kurve von 1973 oder die von Nakamichi vehement abgelehnte (Ausnahmen CR7 und MR1B) IEC2 EQ Kurve die im März 1981 in Prag festgelegt wurde. Diese Entzerrung hat nichts mit TypI oder TypII Kassetten zu tun. Es geht hier um die Basis Entzerrung. Notwendig wurde diese Änderung mit den seit 1978 aufkommenden "Metal" TypIV Kassetten. Nakamichi hatte mit seinen Köpfen einen Wettbewerbsvorteil und die anderen Hersteller wollten mit Hilfe dieser Änderung zu Nakamichi aufschliessen. Nakamichi sah sich genötigt die Anschuldigungen insbesondere durch BASF das ihre Tapedecks nicht IEC konform wären in diversen offiziellen Statements zu verteidigen. BASF hat die Entwicklung von Tapedecks mit Hilfe ihrer IEC Norm-master seit der Prager IEC Standardisierungskonferenz im März 1981 sehr aufmerksam verfolgt damit die IEC2 von allen eingehalten wurde und wenn nötig im Hintergrund insbesondere über die enge Koopperation mit Dolby Labs Einfluss genommen.

Hier Alex sein Plot einer IEC2 Cassette, in diesem Fall ein Abex TCC162B Referenztape, abgespielt in einem Nakamichi CD1. Man sieht deutlich die so oder ähnlich in jedem Nakamichi herrschende IEC1 Loudness Charakteristik. Vor allem Dolby Lab's und Aufnahme Studios haben sich gegen die Inkompatibilität gewehrt. Nakamichi hat dann zähneknirschend mit dem Service Bulletin vom 27.8.1985 einen Umbau der Profi Tapedecks MR1 und 2 auf die IEC2 Variante veröffentlicht. Diese MR1 und 2 "B" sind mit einem weissen Klebepunkt auf dem Boden dicht an der Rückseite gekennzeichnet. Da das MR1 weitestgehend mit dem BX300 baugleich ist, kann man das dort 1:1 übernehmen.

 

IEC2 Tape Wiedergabe in einem Nakamichi TapedeckIEC2 Tape Wiedergabe in einem Nakamichi Tapedeck

Konkret bedeutete das eine Höhenanhebung bei 16Khz um mindestens 4dB, mit Dolby-B sogar  8dB, wenn man ein mit der modernen IEC2 aufgenommenes Tape auf einen IEC1 deck wie Nakamichi abspielt. Vom dem viel zu fetten Bass rede ich erst gar nicht. Umgekehrt ist es natürlich mit einer völlig dumpfen und basssarmen Wiedergabe noch schlimmer. Nakamichi hat auch genau so in ihrem Hauptmarkt USA in der Werbung argumentiert : "Kauft euch gefälligst einen Nakamichi, dann klingen auch alle Kassetten gut !"  Nö, iss klar. In Europa hat das aufgrund der besseren Aufklärung der Musikliebhaber durch renomierte Institute wie dem deutschen DHFI in Karlsruhe nicht ganz so gut geklappt. Das die "Deutsche Grammophon" und andere Klassiklabel dennoch so viele Musikassetten mit der alten IEC1 der Nakamichis, auch noch lange nach 1981 in Europa rausgebracht haben, lag an der persönlichen Freundschaft von Beethoven Liebhaber Etsuro Nakamichi und Herbert von Karajan. Mit Karajan als Zugpferd durfte man es sich in den 80ern als Label nicht verscherzen. Erst mit dem Siegeszug der "Digital Bin Duplicator" Technik und HX-Pro bei Musikassetten, Ende der 80er musste man zwangsläufig auch in der Klassik auf die moderne IEC2 EQ Kurve einschwenken. Nakamichi konnte (musste) wegen dem festhalten an der alten IEC1 auf Dolby HX-Pro verzichten. Es wäre ein sehr hoher Aufwand gewesen ihr gesamtes Konzept darauf umzustellen. Bei der von den Nakamichi Brüdern bevorzugten Klassik war der Nutzen von HX-Pro äusserst gering. Hohe Austeuerpegel kamen kaum vor. Im Gegenteil, viel eher konnte man dort das hauchzarte "atmen" von HX-Pro bei leisen getragenen Klavieranschlägen vernehmen.

Wer es einfach nur gut klingend mag ohne schnick schnack, holt sich den "kleinen" CR7, einen CR5. Der CR5 ist quasi ein auf das wesentliche reduzierter CR7. Er hat genau die selben Audioplatinen und klingt daher exakt so gut wie der CR7 ! Noch "günstiger" ins Cassetten Nirvana kommt man mit dem NAD 6300 ! Verblüffen kann auch da der "kleine" Bruder 6100. Die Werbeaussage damals von NAD : "Wer keinen Monitorfunktion braucht, dem reicht der 6100", ist kein Spruch sondern schlicht die Wahrheit ! Der 6100 ist in Wirklichkeit ein um den zweiten Dolby Kanal gestrippter 6300. Damit er auch klanglich mithalten kann, hat man ihm dafür den Canon PB Kopf des Tandberg 3014 in sein puristisches (konstruktion ohne cam motor!) Sankyo LW, als A/W Kopf spendiert. Wer will kann gerne nach Bildern googeln und wird überrascht sein.... ;-) Sehr empfehlenswert ist auch der kleinste DynEQ, NAD 6340 mit seinem betörenden Röhrensound.

Das NAD 6100 wurde aufgrund der extrem hohen Aufnahmequalität und des relativ günstigen Preises meistens bis zum Excess benutzt, was der weiche Sendustkopf nicht lange mitgemacht hat. Die selbe Krankheit hat ja auch der Tandberg 3014.

Spannend ist einfach wie gut sich diese Tapedecks heute noch, selbst gegen modernste CD Player/DA Wandler schlagen, darin liegt der Reiz.....In dem Sinne : Happy Taping !

 

die NAD Rasselbande....

DynEQ SerieDynEQ Serie

 

Hier ein paar Bilder aus meiner Sammlung

 

 

Mein erster "Stereo" Recorder von 1972: Nordmende Komfort Stereo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein erster "Nakamichi" ohne das es drauf steht. Ein ELAC CD520 (Nakamichi 500OEM) von 1976

 

 

 

Nakamichi CD1, DR1 und CR4

 

 

 

 Köpfe vom NAD6300 von Canon, die selben die Revox verwendet hat.

 

 

NAD Triple DynEQ

 

 

 

 

 

NAD 6340 der DynEQ Recorder mit dem "Röhrenklang"

 

 

 

 

 

 

CAR ist wohl der beste Kompressor den es gibt, denn er arbeitete "verkehrt" herum ! Leises wird etwas lauter ab -60dB

 

NAD 6300 und 6100 in friedlicher Co-Existenz

 

NAD 6100 NOS....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dem muss man nichts mehr hinzufügen.....

 

Da die NAD alle sehr linear arbeiten, eignen sie sich hervorragend füt alle Arten von Compandern. Hier der NAD 6100 mit HighCom !

 

...und hier mit HighCom II

 

Mein erster 6300 und ein Nakamichi BX300

 

 

 

Das wohl schlechteste und dabei schönste Tapedeck das es je gab. Aussen TEAC hui, innen langweilige Sony Mittelklasse...

TEAC V6030S. Der Nakamichi CD 1 darunter spielt dagegen auf Dragon Niveau.....ohne das es einer weiss.... :-)

 

 

 Das kann der Beginn der grossen Nakamichi Sucht sein, Nakamichi BX125, eines der besten 2-Kopfdecks überhaupt. Dadrunter ein Pioneer CT-S440S

 

Mindestens so gut wie ein Dragon, gefertigt in echter Manufakturarbeit (Platinen ohne Druck !), der ASC 3001. Fast nicht mehr zu bekommen !ASC 3001ASC 3001

 

 

ASC 3001ASC 3001